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Natur, Land- und Forstwirtschaft

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Wer rechnet, findet rechts oben im Kasten das Zeichen Kopieren. Es legt die Eingaben und das Ergebnis in die Zwischenablage, darüber den Namen des Behelfs, darunter Datum und Adresse. Mit Strg+V steht das in Writer oder Word als Text und Tabelle, schwarz auf weiß; Knöpfe und Diagramme bleiben weg. Behelfe, die bloß nachschlagen, haben das Zeichen nicht.

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Natur, Land- und Forstwirtschaft

Größen und Massen von Tieren#

→ Behelf: Wildunfall

Anhaltswerte für erwachsene, gesunde Tiere mitteleuropäischer Haltung und Wildbahn. Rasse, Geschlecht, Alter, Ernährungszustand und Jahreszeit verschieben sie merklich; ein einzelnes starkes Stück liegt ohne Weiteres darüber. Männliche Tiere sind bei den meisten Arten deutlich schwerer als weibliche — beim Rotwild um die Hälfte, beim Rind um mehr als das. Wo es darauf ankommt, stehen beide Geschlechter getrennt. Einzeln belegt sind nur die Werte, deren Quelle unter der jeweiligen Tabelle steht.

Die Maße:

  • Schulterhöhe — vom Boden bis zum höchsten Punkt über den Schulterblättern, dem Widerrist; beim Pferd heißt sie Stockmaß.1
  • Kopf-Rumpf-Länge — von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz, ohne Schwanz. Bei Vögeln stattdessen Gesamtlänge (Schnabel bis Schwanzende) und Spannweite.
  • Masse — Lebendmasse. Jagdliche Angaben beziehen sich meist auf das aufgebrochene Stück und liegen um ein Fünftel bis ein Viertel darunter.2

Ein Strich bedeutet, dass das Maß für die Frage nicht aussagekräftig oder nicht gesichert ist.

Nutztiere#

Tier Schulterhöhe (cm) Kopf-Rumpf-Länge (cm) Masse von (kg) bis (kg)
Rind, Kuh (Fleckvieh)3 138–150 — 650 850
Rind, Kuh (Holstein) 145–156 — 600 750
Rind, Kuh (Hochlandrind) 105–120 — 450 550
Rind, Stier (Fleckvieh) 150–165 — 1100 1300
Rind, Kalb (neugeboren) — — 35 50
Pferd, Warmblut 160–175 — 500 650
Pferd, Kaltblut (Noriker) 155–165 — 600 800
Pferd, Haflinger 140–150 — 400 600
Pony, Shetland bis 107 — 130 200
Esel 95–140 — 150 300
Schwein, Mastschwein (schlachtreif) — — 110 125
Schwein, Zuchtsau — — 200 300
Schwein, Eber — — 250 350
Schaf, Mutterschaf 65–80 — 60 90
Schaf, Widder 75–90 — 90 150
Ziege, Geiß 65–80 — 45 70
Ziege, Bock 75–90 — 70 100
Lama 100–120 — 130 200
Alpaka 80–100 — 50 80
Huhn, Legehenne — — 1,6 2,2
Huhn, Masthuhn (schlachtreif) — — 2,0 2,6
Pute, Henne — — 8 12
Pute, Hahn — — 15 22
Gans — — 5 8
Ente (Pekingente) — — 3 4

Damwild im Gatter steht bei den Wildtieren.

Quellen: Rinderzucht Austria, Fleckvieh (Masse der Kuh)4 · Pferd Austria, Rassenporträts Haflinger (Stockmaß 140 bis 150 cm) und Noriker (Zuchtziel 158 bis 163 cm, innerhalb der Tabellenspanne)

Haustiere#

Tier Schulterhöhe (cm) Kopf-Rumpf-Länge (cm) Masse von (kg) bis (kg)
Hund, Chihuahua 15–23 — 1,5 3
Hund, Dackel 20–27 — 6 10
Hund, Jack Russell Terrier 25–30 — 5 7
Hund, Beagle 33–40 — 10 16
Hund, Staffordshire Bullterrier 36–41 — 11 17
Hund, American Staffordshire Terrier 43–48 — 25 32
Hund, Border Collie 46–56 — 14 22
Hund, Siberian Husky 50–60 — 16 28
Hund, Golden Retriever 51–61 — 25 36
Hund, Labrador Retriever 54–57 — 25 36
Hund, Deutscher Schäferhund 55–65 — 22 40
Hund, Rottweiler 56–68 — 40 55
Hund, Dobermann 63–72 — 32 45
Hund, Kangal 65–80 — 40 65
Hund, Bernhardiner 65–90 — 60 90
Hund, Deutsche Dogge 72–90 — 50 90
Katze, Hauskatze 25–30 45–55 3 6
Katze, Maine Coon 25–40 70–100 5 10
Kaninchen, Zwergrasse — — 0,9 1,5
Kaninchen, Riesenrasse — — 6 10
Meerschweinchen — 20–30 0,7 1,2
Frettchen — 30–45 0,5 2

Beim Hund sagt die Rasse weniger, als man meint: Mischlinge sind die Regel, und innerhalb einer Rasse trennen Rüde und Hündin oft zehn Kilogramm. Für die Frage, ob ein Hund einen Zaun überwindet oder einen Menschen umwirft, zählen Masse und Schulterhöhe des konkreten Tiers — beides lässt sich messen.5

Wildtiere#

Schalenwild#

Schalenwild6 ist das Wild, das für Verkehrsunfälle ins Gewicht fällt, im doppelten Sinn.

Tier Schulterhöhe (cm) Kopf-Rumpf-Länge (cm) Masse von (kg) bis (kg)
Rotwild, Hirsch 120–150 190–250 150 250
Rotwild, Tier 100–120 160–200 80 120
Rotwild, Kalb (Herbst) — — 45 70
Damwild, Hirsch 85–100 140–160 60 110
Damwild, Tier 75–85 130–150 35 55
Sikawild, Hirsch 70–90 120–150 40 70
Rehwild, Bock 65–80 100–135 20 30
Rehwild, Geiß 60–75 95–125 17 25
Rehwild, Kitz (Herbst) — — 10 15
Gamswild, Bock 75–85 110–140 30 50
Gamswild, Geiß 70–80 110–125 25 40
Steinwild, Bock 85–100 140–165 80 100
Steinwild, Geiß 70–80 120–140 40 55
Muffelwild, Widder 65–75 110–130 35 55
Muffelwild, Schaf 60–70 100–120 25 40
Schwarzwild, Keiler 85–115 150–180 100 180
Schwarzwild, Bache 70–90 130–160 60 100
Schwarzwild, Überläufer — — 30 60
Schwarzwild, Frischling (Herbst) — — 15 35

Quellen: Salzburger Jägerschaft (Rotwild: Hirsch rund 150 kg, Tier rund 90 kg, ohne Angabe, ob lebend oder aufgebrochen) · OÖ Landesjagdverband, Wildartenporträts, gleichlautend bei der Kärntner Jägerschaft7

Weitere Säugetiere#
Tier Schulterhöhe (cm) Kopf-Rumpf-Länge (cm) Masse von (kg) bis (kg)
Braunbär8 90–120 170–220 100 250
Wolf 65–80 100–130 30 50
Goldschakal 45–50 70–85 8 15
Luchs 55–70 80–120 15 30
Fuchs 35–40 60–75 5 9
Dachs 25–30 65–80 8 17
Waschbär 30–35 45–65 4 9
Biber — 80–100 18 30
Fischotter — 60–90 6 12
Steinmarder9 — 40–55 1,1 2,3
Feldhase — 50–65 3 5
Wildkaninchen — 35–45 1,2 2
Vögel#
Vogel Gesamtlänge (cm) Spannweite (cm) Masse von (kg) bis (kg)
Höckerschwan 140–160 210–240 8 13
Seeadler 75–95 200–245 3,5 7
Weißstorch 95–110 155–215 2,5 4,5
Graugans 75–90 150–180 2,5 4
Uhu 60–75 150–180 1,5 3,2
Graureiher 85–100 155–175 1 2
Fasan, Hahn 70–90 70–90 1,1 1,5
Fasan, Henne 55–65 65–75 0,8 1,1
Stockente 50–65 80–100 0,8 1,4
Mäusebussard 50–57 110–130 0,5 1,2
Rabenkrähe 45–50 85–100 0,4 0,65
Ringeltaube 40–42 70–80 0,45 0,6
Rebhuhn 28–32 45–50 0,3 0,45

Beim Fasan geht rund die Hälfte der Länge auf den Stoß, den Schwanz; die Masse ist entsprechend bescheiden.

Verwahrung und Verhalten#

Für die Frage, ob ein Tier ordnungsgemäß verwahrt war, zählt neben Größe und Masse, wie es ein Hindernis überwindet: Das Schwein geht unten durch, die Ziege oben drüber, das Rind in Panik mitten durch. Die Zaunhöhen sind in der Praxis verbreitete Anhaltswerte, keine Normwerte.

Tier übliche Zaunhöhe (m) überwindet Hindernisse durch
Rind 1,0–1,2 Durchbrechen in Panik, Nachdrängen der Herde
Pferd 1,2–1,5 Durchbrechen/Umdrücken auf der Flucht, selten Springen10
Schaf 0,9–1,0 Durchschlüpfen unten11
Ziege 1,2–1,5 Klettern, Springen, Aufstützen
Schwein — Wühlen, Untergraben, Anheben mit dem Rüssel
Hund 1,5–1,8 Springen, Klettern, Graben
Rehwild 1,5–1,6 Springen, Durchschlüpfen unten
Rot-/Damwild 1,8–2,0 Springen
Schwarzwild bodennah verankert Anheben mit dem Wurf, Untergraben

Ein Elektrozaun ist eine erlernte Grenze, keine mechanische: Er hält das Tier, das ihn kennt und respektiert. Ein fliehendes Pferd oder eine aufgescheuchte Rinderherde nimmt ihn nicht wahr, ein neu zugekauftes Tier kennt ihn noch nicht.

Quellen: OGH, nur Sachverhalte und Gutachten10: RS0030100 · 2 Ob 11/85 · 6 Ob 742/88 · 2 Ob 70/16g · 2 Ob 172/20p · BMEL-Leitlinien Pferdehaltung 2009 · DLG-Merkblatt 476 · 1. Tierhaltungsverordnung, Anlage 1

Laufgeschwindigkeit#

Höchstwerte über kurze Strecken, erreicht auf der Flucht, im Rennen oder bei der Jagd. Im Alltag bewegen sich Tiere weit langsamer; Wild, das eine Fahrbahn quert, zieht oft im Schritt hinüber oder bleibt im Scheinwerferlicht stehen.

Tier Höchstgeschwindigkeit (km/h) Beleg
Pferd, Vollblut 70,8 Rekord im Rennen, 402 m ab Start (2008)
Hund, Greyhound 61 im Rennen gemessen, 17 m/s12
Rotwild 72 Garland 198313
Damwild 65 Garland 1983
Rehwild 60 Garland 1983
Gamswild 40 Garland 1983
Wolf 64 Garland 1983
Goldschakal 56 Garland 1983
Fuchs 72 Garland 1983, nordamerikanischer Rotfuchs
Braunbär 48 Garland 1983, Grizzly
Dachs 30 Garland 1983
Waschbär 24 Garland 1983
Feldhase 72 Garland 1983
Wildkaninchen 56 Garland 1983
zum Vergleich: Mensch 40 Garland 1983

Für Schwarzwild, Rind, Schaf, Ziege, Hausschwein und Katze fanden sich keine Messwerte, nur weitergereichte Zahlen ohne nachvollziehbare Herkunft — beim Schwarzwild meist 40 bis 50 km/h. Sie fehlen hier deshalb.

Gangarten des Pferdes#

Beim Pferd lässt sich über die Gangart auch das gewöhnliche Tempo angeben, etwa für ein entlaufenes Pferd auf der Straße.

Gangart Geschwindigkeit (km/h)
Schritt rund 7
Trab rund 13, Traber im Rennen bis rund 49
Galopp 16–27
Renngalopp 40–48, Spitze 70,8

Quellen: Garland 1983 · Usherwood/Wilson 2005 · Guinness World Records · Gangarten des Pferdes

Wildunfall#

Den Hergang bestimmt die Gestalt des Tiers:

  • Hochbeiniges Schalenwild (Reh, Hirsch): Der Stoßfänger erfasst die Läufe, der Rumpf kippt auf die Motorhaube und schlägt gegen Windschutzscheibe und A-Säule. Beim Rotwild kann er in den Fahrgastraum eindringen.
  • Schwarzwild: Schwerpunkt tief, Körper gedrungen. Der Stoß trifft die Front in voller Breite — Stoßfänger, Kühler, Scheinwerfer.
  • Kleinwild und Vögel: Schaden meist am Stoßfänger oder an der Scheibe; gefährlich wird es erst durch die Reaktion des Lenkers.

Für die Insassen ist der Stoß selbst selten das Problem. Ein Reh von 20 kg ändert die Geschwindigkeit eines Pkw von 1.500 kg bei 50 km/h um weniger als 1 km/h. Schwer wird ein Wildunfall durch Eindringen in den Fahrgastraum oder durch das Ausweichen.14

Wild zieht selten allein. Wo ein Reh über die Straße wechselt, folgt oft ein zweites, Schwarzwild zieht in Rotten. Gehäuft kommt es in der Dämmerung zu Wildunfällen (siehe Sicht, Licht und Dämmerung), beim Rehwild zudem im Frühjahr, wenn die Jährlinge eigene Einstände suchen, und zur Brunft; im Herbst verschiebt die Zeitumstellung den Berufsverkehr in die Dämmerung.

Die Zahl des im Straßenverkehr getöteten Wilds weist die Jagdstatistik der Statistik Austria jährlich als Fallwild aus, nach Bundesland und Wildart; Rehwild stellt den weitaus größten Anteil.

Grundformeln#

Das Tier wird als ruhend angenommen, der Stoß als vollplastisch: Nach dem Stoß bewegen sich Tier und Fahrzeug gemeinsam weiter.15

Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs Δv=v⋅mm+M\Delta v = v \cdot \dfrac{m}{m+M}

Im Stoß umgesetzte Energie E=12μv2E = \tfrac12 \mu v^2 mit μ=m Mm+M\mu = \dfrac{m\,M}{m+M}16

Mittlere Stoßkraft bei Deformationsweg ss: Fˉ=Es\bar F = \dfrac{E}{s}

Dabei ist mm die Masse des Tiers, MM die des Fahrzeugs, beide in kg, und vv in m/s (vkm/h/3,6v_{km/h} / 3{,}6). Die mittlere Kraft geteilt durch g=9,81g = 9{,}81 m/s² ergibt das gern zitierte „Aufprallgewicht“.17

Zur Anschauung: Die Energie entspricht jener, mit der das Tier nach einem Sturz aus der Höhe h=v2/2gh = v^2 / 2g aufschlüge — bei 50 km/h aus knapp 10 m, bei 100 km/h aus knapp 40 m.

Behelf: Wildunfall#

Das Tier aus den Tabellen dieser Notiz wählen; die Masse wird mit dem Mittel der Spanne vorbelegt und lässt sich überschreiben.

Verwandt: Anhalteweg und Bremsverzögerung für die Frage, ob das Tier bei rechtzeitiger Reaktion noch zu vermeiden gewesen wäre; Kraft, Arbeit, Leistung und Energie für die physikalischen Grundbegriffe.

  1. Der Widerrist ist der erhöhte Übergang vom Hals zum Rücken. Gemessen wird mit einem senkrecht gestellten Messstock, daher Stockmaß. Das Maßband, über die Rundung von Schulter und Brust gelegt, liefert einige Zentimeter mehr (Bandmaß); Angaben aus Zuchtpapieren sind in der Regel Stockmaß. ↩

  2. Aufbrechen heißt in der Jägersprache, das erlegte Stück auszuweiden. Das aufgebrochene Gewicht wird mit Kopf und Fell ermittelt und beträgt je nach Art, Jahreszeit und Füllung des Magens rund drei Viertel bis vier Fünftel der Lebendmasse. Streckenlisten und Abschussmeldungen führen fast immer dieses Gewicht. ↩

  3. Fleckvieh ist die in Österreich mit Abstand häufigste Rinderrasse, eine Zweinutzungsrasse für Milch und Fleisch. Holstein ist eine reine Milchrasse, großrahmig, aber leichter bemuskelt; das Hochlandrind ist klein, robust und wird ganzjährig im Freien gehalten, wo es mit seinen Hörnern gelegentlich mehr Eindruck macht als mit seiner Masse. ↩

  4. Rinderzucht Austria nennt für Fleckvieh ein Lebendgewicht von 650 bis 850 kg und eine Kreuzbeinhöhe von 135 bis 155 cm. Die Kreuzbeinhöhe wird über dem Becken gemessen, nicht über dem Widerrist; sie ist daher nicht dasselbe wie die Schulterhöhe der Tabelle. ↩

  5. Einen Hund zu wiegen, gelingt ohne Tierarzt: Man wiegt sich mit dem Hund auf dem Arm und zieht das eigene Gewicht ab. Die Schulterhöhe misst man am stehenden Tier, ein Winkel oder Buch auf dem Widerrist hilft. ↩

  6. Schalenwild heißt in der Jägersprache das Wild mit Hufen, den Schalen: Hirscharten, Reh, Gams, Steinbock, Mufflon und Wildschwein. Die Geschlechter heißen je nach Art verschieden — Hirsch und Tier beim Rotwild, Bock und Geiß beim Reh, Keiler und Bache beim Schwarzwild; Überläufer ist ein Wildschwein im zweiten Lebensjahr. ↩

  7. Die Porträts nennen je Art ein Maß für beide Geschlechter zusammen: Rotwild Schulterhöhe bis 150 cm, Kopf-Rumpf-Länge 160 bis 250 cm; Rehwild bis 80 cm und 95 bis 135 cm; Gamswild bis etwa 85 cm und 110 bis 140 cm; Schwarzwild etwa 115 cm und 110 bis 180 cm; Steinbock im Herbst bis 100 kg. Die Tabelle hält sich an diese Grenzen, die Aufteilung auf die Geschlechter ist Anhaltswert. Für Dam-, Sika- und Muffelwild sowie für alle übrigen Massen des Schalenwilds enthalten die Porträts keine Zahlen. ↩

  8. Braunbär, Wolf und Goldschakal sind in Österreich zuwandernde Arten. Der Wolf hat sich seit 2016 wieder mit Rudeln angesiedelt, beim Bären handelt es sich um einzelne durchziehende Tiere, meist junge Männchen aus Slowenien oder dem Trentino. ↩

  9. Für einen Wildunfall ist der Steinmarder zu leicht; Fahrzeuge beschädigt er lieber im Stand, indem er Zündkabel, Kühlwasserschläuche und Dämmmatten im Motorraum zerbeißt. ↩

  10. Faustregel der deutschen Leitlinien zur Pferdehaltung (BMEL 2009, ebenso DLG-Merkblatt 476): Zaunhöhe 0,75 × Widerristhöhe des größten Pferdes, zwei bis vier Querabgrenzungen; bei 160 cm Widerrist also 1,20 m. Die österreichische 1. Tierhaltungsverordnung nennt für Koppeln keine Höhe, sondern verbietet nur Stacheldraht, weitmaschige Knotengitter und spitze Winkel; die im Netz oft zitierten Werte 1,3 × Stockmaß (Hengst) und 0,8 × Stockmaß betreffen die Trennwände im Stall. Was die Rechtsprechung als ausreichend oder unzureichend angesehen hat, stützt die Tabelle: Ein Zaun von 1,10 m an einer Straße genügte nicht (RS0030100), ebenso wenig ein Elektrozaun von 0,80 m an einem öffentlichen Weg (8 Ob 1609/93), von 0,90 bis 0,95 m (2 Ob 11/85) oder von 0,50 m vor Stangen in 1,0 bis 1,2 m Höhe (2 Ob 15/82). Für Noriker galt ein stabiler Zaun von 1,20 m ohne Elektrozaun als ortsüblich und ausreichend, weil die Rasse nicht sprungfreudig ist (6 Ob 742/88); ein 1,28 m hoher Holzzaun blieb unbeurteilt (2 Ob 172/20p). Zum Verhalten: In 2 Ob 11/85 hielt der Sachverständige fest, dass Pferde auf der Flucht „praktisch kein Hindernis“ kennen und ein Elektrozaun dann kaum hält, sonst aber „fast hundertprozentig“ gemieden wird; ausbruchsicher sei erst eine Holzkoppel mit Pfählen von 20 cm Durchmesser und drei bis vier Querstangen bei 1,4 bis 1,6 m. In 6 Ob 742/88 hatten mehrere Pferde den Zaun früher umgedrückt, gesprungen war keines, bis ein Junghengst über das 1,6 m hohe Gatter setzte. ↩

  11. Wolle isoliert: Ein Schaf mit vollem Vlies spürt einen Elektrozaun praktisch nur an Nase und Ohren. Für Schafe werden daher Netze mit engen Maschen oder bodennahe Litzen verwendet. ↩

  12. Usherwood und Wilson (2005) haben Greyhounds auf der Rennbahn gemessen. Garland führt den Haushund mit 67 km/h, ein Wert, der ebenfalls auf Windhunde zurückgehen dürfte. Der Windhund ist auf Geschwindigkeit gezüchtet; für den Hund an sich gilt der Wert nicht. ↩

  13. Theodore Garland hat 1983 für 106 Säugetierarten die in der Fachliteratur berichteten Höchstgeschwindigkeiten zusammengetragen; die Sammlung ist bis heute die übliche Bezugsgröße. Die Einzelwerte stammen aus Beobachtungen mit sehr unterschiedlicher Methode und Sorgfalt; sie sind Größenordnungen, keine Präzisionswerte. Beim Reh setzt die Tabelle eine Körpermasse von 50 kg an, was den Umgang mit der Genauigkeit hinreichend illustriert. Fuchs und Braunbär sind dort mit nordamerikanischen Formen vertreten, die derselben Art angehören. ↩

  14. Das Ausweichen führt leicht zum Abkommen von der Fahrbahn, zum Anprall an einen Baum oder in den Gegenverkehr — mit weit höheren Belastungen als der Stoß mit dem Tier. Deshalb lautet der verbreitete Rat, bei kleinerem Wild zu bremsen, die Spur zu halten und den Anprall in Kauf zu nehmen. Ob ein Ausweichmanöver im Einzelfall vertretbar war, ist eine Frage des Sachverhalts, nicht dieser Notiz. ↩

  15. Das ist eine Vereinfachung zur sicheren Seite hin: Tatsächlich wird das Tier oft zur Seite oder über das Fahrzeug geschleudert, ein Teil der Bewegungsenergie bleibt ihm erhalten. Die berechnete Energie ist daher eine Obergrenze dessen, was Fahrzeug und Tier bei einem Frontalstoß aufnehmen. ↩

  16. μ\mu ist die reduzierte Masse, eine rechnerische Hilfsgröße für den Stoß zweier Körper. Ist das Tier viel leichter als das Fahrzeug, ist μ\mu praktisch die Masse des Tiers; bei einem Rothirsch von 200 kg gegen einen Pkw von 1.500 kg beträgt sie 176 kg. ↩

  17. Das „Aufprallgewicht“ ist die mittlere Stoßkraft, ausgedrückt als Gewicht einer ruhenden Masse. Die Zahl hängt vollständig am angenommenen Deformationsweg: Halbiert man ihn, verdoppelt sie sich. Veröffentlichte Werte — etwa ein Reh, das bei 50 km/h „wie 800 kg“ aufprallt — beruhen auf rund 25 cm. Das Reh wird dabei nicht schwerer; nur die Zahl eindrucksvoller. ↩

Holzmaßumrechnung#

→ Behelf: Preis umrechnen

Umrechnungstabelle für Brennholz#

FM m³ RM Scheit RM Stück SRM
FM m³ 1,00 1,40 1,20 2,00
RM Scheit 0,70 1,00 0,80 1,40
RM Stück 0,85 1,20 1,00 1,70
SRM 0,50 0,70 0,60 1,00

Festmeter (FM), Raummeter (RM), Schüttraummeter (SRM) sind Bezeichnungen für Brennholz. Es sind Raummaße für Holz und entsprechen der Maßeinheit für 1 m³ feste Holzmasse.

Festmeter (FM) = 1 m³ feste Holzmasse.

Raummeter (RM) ist die Maßeinheit für geschichtete Holzteile (Stückholz oder Scheitholz), die unter Einschluss der Luftzwischenräume ein Gesamtvolumen von 1 m³ füllen.

Schüttraummeter (SRM) ist die Maßeinheit für geschüttete Holzteile (Stückholz). Die gespaltenen Holzscheite werden statt eng geschichtet dann einfach geschüttet, was deutlich mehr Luft in einem Raummeter Holz lässt als bei ordentlicher Schichtung.

Unterschiede zwischen Stückholz und Scheitholz#

Stückholz ist gespaltenes und auf ofenfertige Länge (30 - 33 cm, auf Wunsch auch anderes Maß) geschnittenes Holz.

Scheitholz wird mit der Säge gesägt oder mit der Axt gespalten. Das „geschlagene“ Holz wird in 1 m lange Rundholz- oder gespaltene Scheite gesägt.

Behelf: Preis umrechnen#

Der Preis verhält sich umgekehrt zur Menge: Ein Festmeter ergibt geschichtet 1,4 Raummeter Scheitholz, der Preis je Raummeter ist daher niedriger als der je Festmeter. Die Faktoren stammen aus der Tabelle oben. Deren Werte sind gerundet und passen nicht ganz zusammen: Ein Raummeter Scheitholz ergibt laut Tabelle direkt 0,80 Raummeter Stückholz, über den Festmeter gerechnet (0,70⋅1,200{,}70 \cdot 1{,}20) aber 0,84. Der Behelf gleicht das aus. Er ordnet jedem Maß einen einzigen Holzgehalt in Festmetern zu, der zu allen Tabellenwerten zugleich am besten passt,1 und rechnet jede Umrechnung über diese Holzgehalte. Das Ergebnis ist in sich widerspruchsfrei. Genauer als die Tabelle ist es nicht, jeder Faktor weicht aber höchstens 3,5 % von ihr ab. Die Holzgehalte lauten: RM Scheit 0,702 FM, RM Stück 0,848 FM, SRM 0,500 FM.

  1. Rechenweg: Für jedes Paar von Maßen enthält die Tabelle zwei Angaben, etwa „1 FM = 1,40 RM Scheit“ und „1 RM Scheit = 0,70 FM“. Wären sie widerspruchsfrei, wäre die eine der Kehrwert der anderen (1/1,40=0,7141/1{,}40 = 0{,}714 statt 0,700{,}70). Der Behelf mittelt beide geometrisch und bildet dann für jedes Maß das geometrische Mittel über alle Paare. Das ist die Ausgleichsrechnung nach der Methode der kleinsten Quadrate auf den Logarithmen der Faktoren: Die Abweichungen werden gleichmäßig auf alle Tabellenwerte verteilt, statt einen Umrechnungsweg willkürlich vorzuziehen. ↩